„Das Labyrinth
ist ein Rätsel,
ein Spiegel der Seele,
ein Gleichnis des Lebens.“

Gernot Candolini

Das Labyrinth – eine alte Geschichte 

Das Labyrinth ist eines der ältesten Symbole der menschlichen Kul-turgeschichte, es ist etwa  5.000 Jahre alt.  

Ein Labyrinth ist kein Irrgarten. Das Labyrinth hat nur einen Weg, der in die Mitte führt. Es gibt keine Abzweigungen oder Kreuzungen. Wenn man hineingeht in das Labyrinth, ist das einzig Wichtige, weiterzugehen. Wer geht, kommt immer in der Mitte an.

Das Labyrinth will den Menschen helfen, sich zu konzentrieren, den eigenen Ruhepunkt, die eigene Mitte zu finden, gerade auch in unserer heutigen hektischen Zeit.  Das Labyrinth vor der Christuskirche ist im Frühjahr 2009 entstanden. Viele Menschen nutzen es: Gemeindegruppen jeden Alters begehen es gemeinsam, Kinder fahren mit dem Fahrrad hindurch oder legen sich in die Mitte, Einzelne gehen das Labyrinth vor oder nach dem Gottesdienst oder kommen zu ganz anderen Zeiten.  

Probieren Sie es doch auch einmal!

Das Labyrinth – ein Symbol

Wie jedes Symbol lässt das Labyrinth viele Deutungen zu, zum Beispiel diese: Durch die Verbindung von Kreuz und Kreis ist es ein Zeichen der Ganzheit des Universums. Erde (Kreuz, das die vier Himmelsrichtungen
beschreibt) und Himmel (Kreis) sind in einem Zeichen verbunden. So erfährt sich der Mensch, der das Labyrinth geht, als ein Wesen, das beiden Welten angehört und in dem beide Welten vereinigt sind.

Das Labyrinth – ein Weg zur Mitte

Wie ich das Labyrinth erlebe, hängt von der Stimmung ab, mit der ich es betrete:

Bin ich aufgewühlt, kann mich der Weg mit seiner Klarheit beruhigen. Beschäftigt mich eine Frage, kann ich im Gehen des Weges mit all den äußeren Wendungen mich auch innerlich wenden, verschiedene Perspektiven einnehmen, um so zu einer Antwort zu kommen. Brauche ich Vergewisserung, kann mir das Gehen des Labyrinthes eine Ahnung schenken oder mich bestärken, dass mein Leben eine Mitte und ein Ziel hat.

In weiten und engen Bögen umkreist der Weg durch das Labyrinth die Mitte. Wer dort ankommt nach all den Wendungen und Richtungswechseln, mit all den unterschiedlichen Gefühlen auf dem Weg, ist zunächst überrascht, unvermutet in der Mitte des Labyrinths zu stehen. Fast alle Menschen spüren die Kraft, die von dieser Mitte ausgeht.

In der Mitte des Labyrinths richte ich mich auf. Ich kann spüren, dass ich verbunden bin mit der Erde und dem Himmel, eingebunden in einen größeren Sinnzusammenhang. So gestärkt kann ich mich auf den Rückweg machen. Ich gehe wieder aus dem Labyrinth heraus, zurück ins Leben – vielleicht mit ein bisschen mehr Ruhe und Gelassenheit, vielleicht mit etwas mehr Mut, vielleicht mit neuer Kraft.

Der Weg ins Labyrinth verändert mich. War der Hinweg der Weg in die eigene Mitte, zur Selbsterkenntnis, so führt der Rückweg mich zurück zu meinen Aufgaben und Mitmenschen.