Die Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostern: Die Tage werden wieder länger, der Winter macht dem Frühling Platz, die Natur erwacht. Es ist eine Zeit, um das Dunkle und das Helle wahrzunehmen, in unserem eigenen Leben und in der Welt. All das, was schwierig war oder ist, aber auch das Schöne und das Gelungene.
In der Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostern kann Raum dafür sein: in den Exerzitien im Alltag, der Zeit der Stille, den Stationen in der Fastenzeit. Indem wir uns mit Jesus aufmachen durch die Dunkelheit zum Licht des Ostermorgens, kommen wir unserer eigenen Wahrheit auf die Spur.
 
Exerzitien im Alltag
   

Wie kann das gehen: still werden, sich besinnen, beten, neue Einsichten gewinnen über sich selbst und über Gott, Kraft schöpfen für den Alltag? Die Exerzitien wollen ein Übungsweg dafür sein. In der Meditation, im Gebet, in der Betrachtung biblischer Texte und im sakralen Tanz versuchen wir, unseren Glauben und uns selbst besser zu verstehen.

Vier Wochen lang nehmen wir uns täglich etwa eine halbe Stunde Zeit nur für uns, für die Stille. In begleitenden wöchentlichen Treffen tauschen wir uns über unsere Erfahrungen aus und erhalten Anregungen und Impulse für unseren eigenen Übungsweg.               

 

Wegmarken - Zeichen am Weg - Stationen in der Fastenzeit

Die Wochen zwischen Aschermittwoch und Ostern sind etwas Besonderes. Selbst Menschen, die mit Kirche und Glaube wenig anfangen können, nehmen sich etwas vor. Sie verzichten oder versuchen es zumindest. Manche auf Süßes, Kaffee, Fleisch, manche auf Fernsehen oder anderes.


Verzichten oder Gewohnheiten pausieren zu lassen, tut vielen Menschen gut. Das passt gut in unsere überfüllte und überreizte Zeit. Mal weniger vom Mehr, das uns umgibt, zu nehmen. Global gesehen wird unser reiches Land abspecken müssen, wenn auf der ganzen Welt Gerechtigkeit und Frieden wachsen sollen. So sind diese Wochen des Verzichts winzige und wichtige Vorübungen zum wachsenden Weltfrieden.


Manche nehmen sich nicht vor, etwas zu lassen, sondern rund sieben Wochen bewusstaktiv zu sein. Wir bieten beispielsweise in unserer Gemeinde in dieser Zeit freitags „Exerzitien im Alltag“ an. Auch hier geht es darum, achtsam zu sein, mal etwas anders zu machen als sonst im Jahr. So ist es mir in den letzten Jahren selbst ergangen, ich wollte etwas tun und etwas lassen. Geholfen hat mir die Fastenaktion „Sieben Wochen Ohne“, jedes Jahr mit einem anderen Motto. Geholfen hat mir, dass ich nicht nur alleine war.


Deshalb „Wegmarken“. Das sind kleine Zeichen am Weg, die wandernden Menschen Orientierung geben. Kurze Stopps, mal sehen, wo ich gerade bin und wie es weitergeht. Diesmal in den Wochen vor Ostern. Wie sehen die Wegmarken aus, die Michael Lütge und ich setzen, die wir mit Ihnen ansehen möchten? Eine Begrüßung, ein Lied, ein Gebet, ein Text, ein Wort, ein Innehalten, ein Segen, ein Abschied. Alles in 30 Minuten, kurz eben, dann weitergehen. Inhaltlich orientieren wir uns am Motto von „7 Wochen ohne“: „Mal ehrlich“.

Wir hoffen, Sie sind neugierig geworden auf die Zeichen am Weg. Es ist keine Reihe, jede Wegmarke steht für sich.

   
Gottesdienst am Ostermorgen
 


Wir hören die uralten Worte der Ostergeschichte, die Osterkerze wird entzündet - Christus ist auferstanden. Die geheimnisvolle Kraft dieser Botschaft - behutsam wagen wir, sie für uns zu deuten.Das Licht kleiner Osterkerzen begleitet uns auf unserem Weg in den Alltag, der nun vor uns liegt. Dass wir auf diesem Weg nicht alleine sind, erfahren wir beim anschließenden Osterfrühstück. Dort feiern wir zu Beginn gemeinsam das Abendmahl, als sichtbares Zeichen, dass der auferstandene Christus uns zugesagt hat: „Ich will bei euch sein alle Tage.“