Veröffentlicht von Claus Nungesser am Di., 21. Apr. 2020 10:37 Uhr

Unser Gott,

wir sind erleichtert, dass die schlimmsten Vorhersagen nicht eingetroffen sind.

Wir sind erleichtert, dass wir so viele Menschen erleben, die auf sich und andere achten, weil sie niemanden gefährden wollen.

Wir sind erleichtert, dass wir allmählich wieder mehr tun dürfen, dass uns mehr möglich ist.

Wir sind erleichtert, dass wir in der Politik in diesem Ausnahmezustand so viel Besonnenheit und Konsens erleben.

Wir sind erleichtert, dass Entscheidungen immer wieder situationsgerecht angepasst werden.

Wir sind erleichtert, dass es so viele Wunder in unserer Gesellschaft gibt und wir erleben, wie Menschen einander helfen und beistehen.

Wir sind erleichtert, dass wir uns in unserer Gemeinde verbunden wissen, selbst wenn wir uns nicht treffen.

Wir sind erleichtert, dass in vielen Ländern die Zahl der Toten nicht mehr so stark ansteigt und die Maßnahmen wirken.

Für all‘ unsere Erleichterung, für all‘ das Gute, was geschieht, für alle Liebe danken wir Dir von Herzen!

 

Unser Gott,

wir sind aber auch beschwert und tragen innere und äußere Lasten, besonders in dieser Zeit:

Wir sind beschwert, weil uns Gespräche, Begegnungen und Gesichter fehlen.

Wir sind beschwert, weil wir uns einsam und isoliert fühlen.

Wir sind beschwert, weil wir Menschen in Heimen, in Kliniken, nicht besuchen dürfen.

Wir sind beschwert, weil so viele Trauerfeiern jetzt noch trauriger sind und viele Menschen nicht dabei sein dürfen, um sich zu verabschieden.

Wir sind beschwert, weil doch schon wieder Machtkämpfe zwischen Interessengruppen aufscheinen.

Wir sind beschwert, weil neben der akuten Krise anderes, was uns auch bedroht, in den Hintergrund tritt und nicht gesehen wird.

Wir sind beschwert, weil wir fürchten, dass in vielen Ländern und Regionen Menschen der Pandemie schutzlos ausgeliefert sind.

Wir sind beschwert, weil wir ahnen, wie furchtbar Krankheit und Tod dort dann zunehmen werden.

Wir sind beschwert, denn unsere Ängste sind oft viel größer als unser Vertrauen darauf, dass Du uns liebst und uns beistehst.

 

Für all‘ das, was uns beschwert bitten wir Dich um Glauben und Zuversicht in Deine Möglichkeiten, in Deine Kraft.

 

Wir bringen vor Dich in der Stille unsere Dank und unsere Bitten

Amen

 

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