Veröffentlicht von Claus Nungesser am Mo., 24. Feb. 2020 13:31 Uhr

Ich rede nicht wirklich gerne über sie. Denn sofort kommen mir Fragen: Schon wieder so ein verstaubter Kirchenbegriff? Was sollen wir heute damit anfangen? Ist das nicht wieder so negativ, macht schlechte Laune? Betrifft mich auch noch persönlich? Wurde sie nicht auch oft für falsche Ziele missbraucht, um Leuten Angst zu machen? Sünde.

Wer wird schon gerne so genannt: Sünderin, Sünder? Kein Thema, das Begeisterung weckt. Oder? Wieso dennoch drüber reden?

Es scheint mal wieder an der Zeit zu sein, die Sünde zu entstauben, sich ihr zu stellen. Sooft wir sie umgehen, die Sünde ist eine Macht unter uns, in uns. Nur ein Beispiel: die Sünde treibt nach christlicher Überzeugung die Kräfte der Zerstörung an. Nun, der Mensch scheint ein „Talent“ zur (Selbst-)Zerstörung zu haben, wider besseres Wissen. So erleben wir uns als Einzelne und als Weltgemeinschaft. Sünde ist schillernd, facettenreich. Irgendwann wurde sogar von Todsünden gesprochen, besonders üblen Formen der Sünde.

Traditionell wurden sieben Todsünden genannt, die allerdings heute überladen sein können mit Moral und Verdammung. Todsünden sind vor allem Lebenseinstellungen, die das Weiterleben auf Dauer gefährden oder bedrohen. Im Grunde geht es bei Todsünden um Übermäßigkeiten, die das Gleichgewicht mit der Natur, mit sich und untereinander stören oder gar zerstören.

Heute stoßen wir an Grenzen unseres Wirtschaftens und Zusammenlebens. Wir ahnen nicht nur, wir wissen: so kann es nicht weitergehen, wir schlittern unaufhaltsam in ökologische und menschliche Katastrophen und zerstören die Erde und uns an allen Enden. Jetzt ist - mal wieder - die Zeit gekommen, uns zu besinnen, was uns und dem Leben schadet und was wirklich lebensdienlich ist.

Dazu wollen wir an sieben Abenden gemeinsam über den Sinn der Rede von den sieben Todsünden nachdenken. Das loten wir aus im gemeinsamen Feiern, Beten, Singen, Meditieren über anregende Texte und Gespräche in vertrauensvoller Gemeinschaft der Teilnehmenden. 

Wir laden Sie herzlich ein zu diesem herausfordernden Thema, dem wir uns auf jeden Fall auch mit Humor stellen - sonst wird es unerträglich ... !

Die sieben Abende sind eine Reihe, schön wäre es, wenn Sie möglichst oft dabei wären, doch kommen sie auch gerne nach Ihrer Neigung zu einzelnen Abenden. Die sieben Todsünden haben unterschiedliche Namen, gebräuchlich sind: Hochmut, Geiz, Wollust, Jähzorn, Völlerei, Neid, Trägheit.

Am ersten Abend geben wir eine Einführung in den Überbegriff „Todsünde“ und sprechen noch über Hochmut.

  • Mi., 26. Februar, 19.30h – 21.30h: „Hochmut“
  • Mi., 4. März, 19.30h – 21.30h: „Geiz“
  • Mi., 11. März, 19.30h – 21.30h: „Wollust“
  • Mi., 18. März, 19.30h – 21.30h: „Jähzorn“
  • Mi., 25. März, 19.30h – 21.30h: „Völlerei“
  • Do., 2. April, 19.30h – 21.30h: „Neid“
  • Mi., 8. April, 19.30h – 21.30h „Trägheit“

Wir treffen uns im Gemeindezentrum Christuskirche in der Kapelle der Kirche (Eingang durch die Kirche).

Haben Sie vorab Fragen? Kommen Sie gerne auf uns zu, wir freuen uns auf Sie!

Claus Nungesser & Dr. Dr. Michael Lütge

 

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