Veröffentlicht von Claus Nungesser am Fr., 29. Mär. 2019 18:57 Uhr

In Sitzungen kommt "sitzen" vor. In langen Sitzungen sitzt man lange. Wenn sitzen das neue Rauchen ist, dann war das gestern eine halbe Packung Zigaretten. Es war der Kirchentag der Bremischen Kirche, eine Sitzung des Parlaments unserer Kirche. Ich bin einer von drei Abgeordneten aus unserer Gemeinde. Meine zweite Sitzung gestern. Die erste im Januar dauerte nur drei Stunden, gestern fast acht, natürlich mit Pausen.

Mein aufblasbares Sitzkissen hat mich gerettet, sonst wäre es wirklich hart geworden, im Wortsinne. So war es ein Abstimmmarathon, die ganzen Ausschüsse, dazu noch die vier obersten Leitungsämter. Menschen stellen sich kurz vor, Wahlzettel ausfüllen, abgeben. Nächste Wahl der nächsten Menschen. Dazwischen Berichte.

"Mal ehrlich", ich bin kein Sitzungsmensch, habe wenig Sitzfleisch und finde es oft ermüdend. Peinlich: gestern bin ich kurz weggenickt, mein Kopf fiel nach rechts. Habe mich damit selbst geweckt. Bestimmt hat das jemand gesehen. Ich verstehe ja noch, dass wir uns demokratisch organisieren und finde das gut. Doch bin ich jetzt wirklich für sechs Jahre dorthin gewählt? Puh. Kann ich es mir irgendwie schöner machen? Oder interessanter?

Mich so oft beteiligen wir Herr N., der fast immer was zu sagen hat, meist schlau oder kritisch. Hat aber einen kleinen Nervfaktor, der Kollege. Fast vermisse ich ihn, wenn er sich mal nicht meldet, wäre ich wirklich frech, dann setze ich meine Phantasie von gestern mal um. Ich rufe dann deutlich vernehmbar in den Saal: "Herr N., was sagen Sie dazu?" - Ob ich mich das mal traue? Vielleicht meldet sich Herr N. vor allem deshalb so oft zu Wort, weil er sich sonst auch so langweilen würde? Eine These, sollte ich das auch tun? Herr N. und Herr Nungesser - die kleinen klugen Nervensägen? Lieber nicht, doch manchmal, mal ehrlich, juckt es mich sooooo sehr ...


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