Veröffentlicht von Christoph Busse am Di., 22. Jan. 2019 20:50 Uhr

Was passiert mit der Kleidung, die wir nicht weitergeben können?
Unser Partner ist die Innere Mission. Gemeinsam mit der Inneren Mission ist die Deutsche Kleiderstiftung Spangenberg beauftragt, einmal in der Woche 30-50 Säcke unserer aussortierten Kleider abzuholen. Seit mehr als 60 Jahren sammelt und verteilt die gemeinnützige Organisation Textilien. Der Verein wurde 1957 von der Herrnhuter Brüdergemeine Berlin-Neukölln als Hilfsorganisation gegründet und nach dem Herrnhuter Bischof August Gottlieb Spangenberg (1704 – 1792) benannt. Damals galt die Hilfe den Menschen in der DDR.
Die Deutsche Kleiderstiftung ist dem Dachverband FairWertung e.V. angeschlossen und verpflichtet sich damit zu Transparenz und verantwortlichem Handeln. Die Kleidung wird gemäß dem Slogan der Stiftung für „Wärme und Würde“ erneut sortiert und tragbare Kleidung für humanitäre Hilfe bereitgestellt. Es ist kein Entsorgungs- oder Recyclingunternehmen. Kleidung, Bücher und Hausrat werden in Charity-Shops mit dem Namen „Zweimalschön“ in Berlin, Braunschweig, Helmstedt und Magdeburg angeboten. Mit den Einnahmen aus den Läden lassen sich die Transporte und Hilfen finanzieren. Die Kleidung wird aufgeteilt in Herren, Damen und Kinder, oder z.B. Übergrößen sortiert, ordentlich zusammengelegt und in Würfelform gepresst, so dass sie handlich für den Transport weitergegeben werden kann. Aber nicht weltweit. In den Pazifikraum wird wegen der ökologischen Belastung, die Transporte verursachen würden, nicht geliefert. In dem Fall sind Geldspenden zweckmäßiger. Die Deutsche Kleiderstiftung hat einen diakonischen Kreislauf der Kleiderspenden in Deutschland organisiert. Mehr als 30 Kleiderkammern und Sozialkaufhäuser in der Region Helmstedt, Salzgitter, Braunschweig und Wolfsburg bis nach Hannover und Nienburg bzw. Magdeburg, Halle und Leipzig werden kostenlos mit Kleidung beliefert. Gibt es an einem Standort mehr als benötigt wird, kann es an einer anderen Stelle einer Initiative wie z.B. dem Stadtteiltreff NOW in Salzgitter zur Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus wurden in Katastrophenfällen Hilfsgüter in Überschwemmungsgebiete nach Polen und Albanien gebracht. In der Provinz Dajc Bregu I Bunes, Albanien hilft die Stiftung bei der Verteilung von Kleidung an Bedürftige und unter anderem mit einem Projekt, in dem sich Frauen mit dem Kleinhandel von Textilien eine eigene Existenz aufbauen können. In Kaliningrad hat die Stiftung kirchliche Partnerorganisation beim Aufbau von drei „Danke Shops“ unterstützt. Mit den Einnahmen wird die Hilfe für Bedürftige vor Ort finanziert. Für das kirchliche Projekt „Gnade für den Nächsten“ wurden Container geliefert, sodass die Gemeinde selbst Kleiderspenden sammeln kann. Etwa 40 Organisationen werden in Kaliningrad mit Kleidung versorgt. Die Kleiderstiftung liefert Second Hand Ware an die Gemeinde Elim in Singerei Moldawien. Die Gemeinde sammelt jeden Sonntag 300 Kinder mit Bussen ein, um ihnen im Rahmen eines Kindergottesdienstes warmes Essen und Kleidung anzubieten. Es werden Kleiderspenden in die Ost-Ukraine transportiert. Über eine kirchliche Initiative werden weitere Kleiderspenden in den Konfliktgebieten in der Ukraine verteilt. Der Kirchenkreis Uelzen sammelt Spenden für die Gemeinde Gomel in Weißrussland. Das Gebiet rund um die Stadt gilt als eines durch die Atomkatastrophe von Tschernobyl am meisten kontaminierten Gebiete. Die Deutsche Kleiderstiftung organisiert die Transporte und übernimmt die Reste der Sammlung. Dies gibt uns einen kleinen Einblick in die vielfältigen Projekte, die mit unserer aussortierten Kleidung im Rahmen der Fairen Verwertungskette ermöglicht werden.
Christoph Buße

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